Die Freie Trauerfeier


Konkrete Infos zu Freien Trauerfeiern

Die Freie Trauerfeier – viel mehr als nur eine Alternative zur kirchlichen Beisetzung

Übersicht:
  • Was ist eine Freie Trauerfeier?
  • Die Trauerfeier
  • Die individuelle Trauerfeier durch einen freien Trauerredner
  • Ort der Trauerfeier
  • Der Ablauf einer Trauerfeier
  • Die Sarg-Bestattung
  • Die Urnen-Bestattung
  • Elemente einer Trauerfeier
……………………………………………………….

Was ist eine Freie Trauerfeier?
Eine durch einen konfessionellen Geistlichen vorgenommene Trauerfeier ist in der Regel eher unpersönlich und weniger individuell als eine heutzutage von einem freien Trauerredner durchgeführte Abschiedszeremonie.

Dies liegt zum einen daran, dass der Geistliche einer Gemeinde zumeist nicht die Zeit hat, eine Trauerfeier wirklich individuell und auf eine bestimmte Person bezogen zu gestalten. Zum anderen verhindern dies die traditionell eher steifen Vorgaben der Kirchen und ihre eher förmlichen Gebets-Rituale.

Daher übernehmen immer häufiger Freie – nicht kirchliche – Trauerredner diese Aufgabe. Vielfach handelt es sich bei diesen um ehemalige Priester und Pfarrer der beiden großen Konfessionen, die ihren ursprünglichen Beruf an den Nagel gehängt haben (das bemerkt man dann zumeist recht schnell auf einer Trauerfeier, wenn die freie Trauerfeier sich nicht wirklich von einer kirchlichen unterscheidet). Zum Glück gibt es aber auch immer mehr Zeremonienleiter mit einem kirchenfreien Hintergrund.

Freie Trauerredner können grundsätzlich sowohl Zeremonien mit christlichem oder einem anderen Gottesbezug gestalten, als auch nicht-religiöse Rituale. Denn für die Durchführung einer Trauerfeier und auch der Beerdigung mit Bezug zum Christlichen braucht es keine kirchliche Zugehörigkeit, da es sich – selbst aus der Sicht der Kirchen – nicht um ein kirchliches Sakrament handelt. Ein gemeinsames Gebet ist möglich, aber kein muss.

……………………………………………………….

Die Trauerfeier
Eine Trauerzeremonie ist nichts Alltägliches. Daher findet sie in der Regel in einem besonderen Raum (Kapelle, Bestattungshaus, etc.) und in einer besonderen Form statt.

Auch eine angemessene Kleidung, Blumenschmuck, Kerzen etc. heben das Besondere hervor.

Im Wesentlichen geht es bei einer Trauerfeier darum:
  • feierlich des Verstorbenen zu gedenken
  • den Verstorbenen zu würdigen, seine Persönlichkeit (privat, beruflich)
  • vom Verstorbenen Abschied nehmen
  • zu trauern (Verarbeitungsprozess)
  • Beistand zu erfahren (durch die anderen Gäste, den Zeremonienleiter, das Göttliche)

……………………………………………………….

Die individuelle Trauerfeier durch einen freien Trauerredner
Die Inhalte einer Freien Feier (Rede, Gebete, Musik, Texte) können ganz individuell den Wünschen des Verstorbenen und/oder seiner Angehörigen angepasst werden. In einem persönlichen Vorgespräch bringt der Trauerredner daher in Erfahrung, um wen es sich bei dem Verstorbenen gehandelt hat, was er für ein Mensch war und wie er gelebt hat. So kann er aus den Informationen, die er bekommt, eine schöne Rede gestalten, wenn dies gewünscht wird.

Die würdevolle Rede eines Trauerredners ist eine sehr besondere Art, die Person des Verstorbenen in Erinnerung zu rufen, zu achten und ihre Besonderheit anzuerkennen. Aber auch andere Formen sind geeignet, den Verstorbenen noch einmal für die Trauernden spürbar zu machen. Reden oder kleine Geschichten, Lieblingslieder oder –texte des Verstorbenen – die auch von Angehörigen vorgetragen werden können, wenn diese die Kraft dazu haben.

Eine Trauerfeier, die der Individualität des Verstorbenen gerecht wird, kann keinen starren Regeln folgen. In ihrem Mittelpunkt steht der Mensch, der eine Familie, Freunde und/oder Bekannte verlässt.

Es geht darum, den Hinterbliebenen in einer emotionalen Ausnahmesituation das Abschiednehmen zu erleichtern, gemeinsam zu trauern und sich gegenseitig Trost spenden zu können.

Ein emphatischer Trauerredner hat ein natürliches Gespür für die richtigen Worte und Gesten – eben auch über vorbereitete Manuskripte hinaus.

Auch wenn Zeiten der Trauer an und für sich ein gesunder und notwendiger Verarbeitungsprozess eines einschneidenden Verlustes sind, so überfordern sie uns häufig. Wir glauben, den Verlust, den Schmerz, den Kummer gar nicht ertragen zu können.

Rituale wie das Feierliche Abschiednehmen vom Verstorbenen und auch die Bestattung helfen uns dabei, die Vergänglichkeit der Formen anzuerkennen und unsere Anhaftung an diese loszulassen. Die Verabschiedung eines uns nahen Menschen ist ein Prozess, der sich über einen mehrjährigen Zeitraum gestaltet. Die Trauerfeier ist ein wichtiger Schritt in diesem Prozess, dem noch zahlreiche weitere folgen werden, kleine und große Momente, wenn wir den Verstorbenen im Alltag vermissen.

……………………………………………………….

Ort der Trauerfeier
Trauerfeiern fanden früher grundsätzlich in Kirchen statt und die Beisetzung erfolgte auf den um die Kirche gelegenen Kirchhöfen. Später entstanden größere Friedhöfe mit eigenen Kapellen.

Solche Kapellen können zum Teil – zu relativ hohen Kosten – stundenweise angemietet werden. Auch darum kümmert sich das Bestattungsinstitut.

Alternativ zur üblichen Trauerfeier in der Kapelle eines Friedhofs oder in genehmigten Räumen des Bestatters kann eine Freie Trauerfeier grundsätzlich an jedem selbstgewählten Ort stattfinden, zu Hause, in einem angemieteten Saal, in der Natur … am Meer.

Bei einer solchen auswärtigen Trauerfeier dürfen (gem. Bestattungsordnung der Kommunen, Friedhofssatzung sowie der Landesbestattungsgesetze) allerdings weder Sarg noch Urne mit dabei sein. Daher ist zum Beispiel ein zentral aufgestelltes großes Foto des Verstorbenen eine schöne Möglichkeit, sich mit ihm verbunden fühlen zu können.

In der heutigen Zeit ist es sogar möglich, Trauerfeiern ganz besonders kreativ und lebendig zu gestalten. Das wird nicht jedermanns Sache sein, soll aber an dieser Stelle nicht verschwiegen werden. So ist zum Beispiel eine Trauerfeier in Form eines schamanischen Rituals auf einer Waldlichtung möglich, es können Gasballons steigen gelassen oder ein Sarg gemeinsam bemalt werden. Bei einer Trauerfeier im Grünen kann gemeinsam ein Baum gepflanzt werden. Gegenstände, die dem Verstorbenen ganz besonders wichtig waren, können neben der Urne stehen und vieles mehr.

……………………………………………………….

Der Ablauf einer Trauerfeier
Eine Bestattung umfasst im Wesentlichen die Trauerfeier (spirituell oder weltlich) und die Beisetzung von Sarg oder Urne. Das Bestattungsinstitut regelt üblicherweise neben der Versorgung und dem Transport des Leichnams auch das Organisatorische (notwendige Formalitäten und weitere Maßnahmen mit Friedhof und ggf. Krematorium etc.).

Unabhängig davon, ob es sich um eine Sarg- oder eine Urnenbestattung handelt, wird die Trauerfeier vor der Beisetzung abgehalten. Je nach Bestattungsart kann der Ablauf ein wenig variieren.

……………………………………………………….

Die Sarg-Bestattung
Bei der Bestattung in einem Sarg steht dieser in der Regel zunächst geschmückt in der Trauerhalle. Der Sarg kann wahlweise offen oder verschlossen sein. Dann findet die Trauerfeier statt.

Im Anschluss an die Trauerfeier wird der Sarg zur Grabstelle gebracht wo er, von letzten Abschiedsworten begleitet, in die Erde abgesenkt wird. Üblicherweise treten die Trauergäste dann einzeln vor und werfen eine Blume oder etwas Erde auf den Sarg und kondolieren im Anschluss den näheren Familienmitgliedern. Erst wenn die Trauergäste die Grabstelle verlassen haben, wird das Grab verschlossen und mit Kränzen etc. geschmückt.

……………………………………………………….

Die Urnen-Bestattung
Der Ablauf einer Urnenbeerdigung gestaltet sich ähnlich, wenn die Einäscherung (Kremation) bereits vor der Trauerfeier stattgefunden hat. Aber statt eines Sarges steht nun eine Urne in der Trauerhalle. Auch diese wird nun zu ihrem Ruheplatz gebracht, wobei dies nun ein Urnengrab oder Urnenfeld sein kann, ein Friedwald (in der Natur, an den Wurzeln eines Baumes), ein Kolumbarium (kleineres, Friedhöfen oder Krematorien angegliedertes Gebäude oder Gewölbe, in dem Urnen beigesetzt werden können) oder eine Urnenstelle, bei der die Urne oberirdisch ihren Platz findet.

Wenn die Kremation erst nach der Trauerfeier stattfindet, fallen Trauerfeier und Beisetzung zeitlich auseinander, weil die Kremation eine gewisse Zeit erfordert. Dann kann beispielsweise die Trauerfeier gemeinsam mit allen anderen Gästen erfolgen und die Beisetzung der Urne einige Tage später im engeren Kreis der Familie.
© 2017 Christoph Taterka